Mund halten oder aufmachen: So vermeiden Sie unangenehme Situationen in Aufzügen

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Mund halten oder aufmachen: So vermeiden Sie unangenehme Situationen in AufzügenWer kennt nicht die Situation? Mit einem leisen Ding! öffnet sich die Aufzugstür, Sie steigen ein und nicken dem Vorstands-vorsitzenden kurz zu. Es folgt beklemmendes Schweigen und der Blick geht den Boden oder bleibt an der Stockwerksanzeige hängen. Die unangenehme Stille wird nur durch den inneren Kampf unterbrochen: Soll ich schweigen oder einen Smalltalk beginnen? Kann die begrenzte Zeit zwischen den Stockwerken überhaupt für ein Gespräch genutzt werden? Die Antwort lautet: JA!

Doch warum fällt es uns so schwer, ein Gespräch in Aufzügen zu beginnen?

Grundsätzlich fürchtet ein jeder von uns, abgelehnt zu werden oder sich lächerlich zu machen. Man könnte ja unbewusst etwas Falsches sagen oder der Vorstandsvorsitzende könnte denken: „Was ist das für eine blöde Frage?“. Aus diesen Gründen bleibt man lieber stumm und versucht die Aufzugsfahrt schnell hinter sich zu bringen. Dieses Verhalten findet sich nicht nur im beruflichen Umfeld wieder, sondern hat sich auch im privaten Leben etabliert. Kaum einer traut sich in einer Bar das andere Geschlecht anzusprechen und wenn es einer doch tut, bewundern wir ihn dafür.

Wie gestaltet sich die Situation in Unternehmen?

Manchen Führungskräften fällt es leicht, jederzeit ein Gespräch zu beginnen, andere scheuen sich in Aufzügen gar Blickkontakt herzustellen. Letzteres endet häufig in einer verpassten Chance, ein lockeres Betriebsklima zu schaffen. Denn es ist nicht von der Hand zu weisen, dass ein lockeres Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden im Aufzug eine darauffolgende Begegnung mit ihm angenehmer gestalten wird. Die Basis für eine lockere Gesprächskultur kann schon damit gelegt werden, dass sich im Büroflur gegrüßt wird. Fehlt diese Basis, ist es nicht verwunderlich, dass auch der gängige Small Talk schwerfällt.

Wie funktioniert es richtig?

Es braucht vier Dinge: Mut, Vorbereitung, Spontanität und eine positive mentale Einstellung.

Versuchen Sie sich in täglichen Mutproben!

Jemanden anzusprechen erfordert Mut. Ganz unter dem Motto „Probieren geht über Studieren“ sollten Sie es immer wieder versuchen. Am besten üben Sie, noch bevor Sie den Vorstandsvorsitzenden im Aufzug antreffen. Als Übung eignen sich viele Gelegenheiten, wie beispielsweise ein Treffen an der Kaffeemaschine, im Sportclub oder in der Mittagspause. Wer es ernst meint und wirklich mutiger werden will, sollte sich Ziele setzen. Probieren Sie es mit „Heute werde ich mit fünf Personen Small Talk halten“ oder mit „Heute spreche ich fünf Kollegen aus der Führungsebene auf ein Thema aus unserer Industrie an.“ Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es nicht in fünf von fünf Fällen klappt. Am ersten Tag gelingt es vielleicht nur einmal, am darauffolgenden Tag vermutlich zwei Mal und schließlich immer öfter. Ihr Durchhaltevermögen und der Wille besser zu werden sind entscheidend.

Bereiten Sie sich vor!

Für ein gelungenes Gespräch benötigt es Vorbereitung. Diese umfasst die Themensuche, die unter anderem auch Themen zur Politik, zum Unternehmen oder zur Wirtschaft beinhaltet. Themen für einen leichten Small Talk sind beispielsweise das Wetter, das Mittagessen oder Sport. Tiefgründigere Themen können z.B. der Einfluss der Globalisierung auf die Zukunft des Unternehmens sein. Beispielhaft könnten Sie folgendermaßen starten: „Hallo Herr Meyer. Sie, ich glaube ich habe da etwas Interessantes für Sie. …“ Je nach Situation und Person sind Sie bereit etwas zu sagen. Wenn Sie im Aufzug tatsächlich mit dem Vorstandsvorsitzenden zusammentreffen, dann empfiehlt es sich grundsätzlich ein Thema anzusprechen, das seinem Stand im Unternehmen entspricht. Also beispielsweise Führungsthemen, strategische Ziele oder spezifische Entwicklungen in der Industrie. Möglicherweise wissen Sie aber auch über priorisierte Freizeitaktivitäten des Vorstandsvorsitzenden Bescheid, z. B. dass er gerne Ski läuft. Wenn es möglicherweise zu diesem Zeitpunkt heftigen Schneefall gibt, haben Sie einen leichten Start in den Small Talk und können locker zum eigentlichen Thema (Ski fahren) übergehen.

Seien Sie spontan!

Spontanität hilft Ihnen die Situation und die Person Ihnen gegenüber mit einzubeziehen. Wenn Sie also z.B. beobachten, dass der Vorstandsvorsitzende eine Tasche mit der Aufschrift „Sprüngli“ mit sich trägt, dann könnten Sie ihn darauf ansprechen und fragen, ob es sich um ein Geschenk handelt. Auch Spontanität lässt sich üben, aber es braucht auch hierfür ein Quäntchen Mut. Egal ob Sie sich bereits heute für spontan halten oder nicht, versuchen Sie es einfach. Es gibt allerlei Möglichkeiten, die es Ihnen erlauben, etwas zu sagen: Die Elton-John-ähnliche Brille, der fehlende 13. Stock in amerikanischen Aufzügen oder die außergewöhnliche Geschichte in der Morgenzeitung. Ein klassischer Einstieg kann auch sein: „Haben Sie schon gewusst, dass …? Wo sehen Sie – einfach spontan – die Vor- und Nachteile?“

Eine positive mentale Einstellung ist das A und O!

Ganz nach dem Sprichwort: „So wie ich in den Wald rufe, so schallt es zurück.“, ist Ihre eigene Einstellung grundlegend für den Erfolg. Wenn Sie überzeugt sind, dass Sie gut ankommen werden, ist die Wahrscheinlichkeit ungleich größer, dass Sie auch tatsächlich gut ankommen werden. Umgekehrt kann es jedoch auch mit allergrößter Wahrscheinlichkeit peinlich für Sie werden, wenn Sie sich denken „Ui, das wird peinlich.“. Wie können Sie zu einer positiven Einstellung kommen? Visualisieren Sie Ihren Erfolg. Gerne können Sie die Augen schließen und sich vorstellen, wie das Gespräch im Aufzug positiv abläuft. Stellen Sie sich den Aufzug vor, wie es dort riecht und was Sie dort hören. Hören und sehen Sie den Wortwechsel bildlich vor sich.

Was sind No Go´s?

  • Vermeiden Sie es, betreten zur Seite zu schauen! Diese Geste zeugt von wenig Selbstvertrauen.
  • Bestehen Sie nicht auf Small Talk, wenn der Gegenüber signalisiert, dass er kein Interesse an einem Gespräch hat. Diese Signale können unter anderem der Blick auf den Boden oder an die Stockwerksanzeige, verschränkte Arme oder das Tippen auf dem Smartphone sein. Das Gespräch soll locker und auf keinen Fall gezwungen sein.
  • Achten Sie auch auf kulturelle Eigenheiten. Mittlerweile gibt es in den USA augenscheinlich Firmen, die darauf Wert legen, dass ein Mann nie mit einer Frau alleine im Aufzug fährt.

Erschienen am 9. März in www.capital.de.

Wie immer: Übung macht den Meister. Nur wenn Du Dir die Mühe nimmst, Dich selbst aufzunehmen, hast Du die Chance besser zu werden.

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Thomas Skipwith, Speaker, Trainer, Coach, Rhetorik-Europameister

Thomas Skipwith

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